Stolperstein e. V. - Verein für barrierefreies Denken und Handeln - Hildesheim
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Gegenseitige Hilfe präsentiert

SelbsthilfetagHans Hermann Seeland testet sich an der Rollstuhlrampe des Vereins "Stolperstein"

Foto: Scheiwe

 


HILDESHEIM
(hsc). Wer selbst kein Rollstuhlfahrer ist, kann sich schwer vorstellen, wie es ist, mit einem Rollstuhl durchs Leben zu fahren - zur Arbeit oder zum Einkaufen. Das will der Verein "Stolperstein" ändern. Er sezt sich für Barrierefreiheit in öffentlichen Bereichen ein. "Wir wollen erreichen, dass Bordsteine abgesenkt werden und auch in Arztpraxen und Gaststätten Eingänge und Toiletten barrierfrei gestaltet werden", erklärt Ulf Sander.

Beim Selbsthilfetag in der Fußgängerzone baute der Verein zwei Rampen mit unterschiedlichen Steigungen auf, die von Interessierten mit einem dort zur Verfügung gestellten Rollstuhl getestet werden konnten - eine nur etwas steilere Rampe ist schon wesentlich schwerer zu befahren. Das fand auch Hans Herrmann Seeland, dessen Frau im Rollstuhl sitzt und der ebenfalls im Verein Stolperstein tätig ist. Er versuchte bei diesem Test auch, zum ersten Mal mit einem Rollstuhl die Rampen zu befahren. Beim Selbsthilfetag reihte sich im Hohen Weg Stand an Stand - Selbsthilfe wird für fast jedes Problemgebiet angboten. die Selbsthilfegruppe "Wirbelwind" zum Beispiel hilft Skoliase- und Wirbelsäulengeschädigten.

Die Mitglieder des relativ kleinen Vereins fahren fast jedes Jahr los und probieren neue Hilfsmittel aus, die helfen könnten - wie zum Beispiel Energydance. Außerdem bieten die Mitglieder regelmäßig Wassergymnastik an.

Die Selbsthilfegruppe "Vertrauen gegen Angst" hilft Menschen mit Depressionen oderÄngsten. "Wir sind alle Betroffene und unterstützen uns dann gegenseitig durch Gesprächsabende", erzählt Margrit Kirsch - teilweise gebe es Gesprächsabende zu bestimmten Themen, machmal werde einfach über die Probleme der Anwesenden geredet. Es würden aber auch Außenaktivitäten wie Kino- oder Theaterbesuche unternommen, um einfach zu zeigen, dass Leben auch schön sein kann.

Zlata Tomac-Wiegand leitet drei Gruppen für essgestörte Frauen. "Die Sterblichkeitsrate bei Magersucht liegt bei mehr als zehn Prozent", erzählt sie. Weitere Essstörungen sind Bulimie un Binge-Eating-Störung.

Die 15-jährige Jasmin Telemann, die nur zufällig in der Stadt von dem Selbsthilfetag erfahren hat, interessiert sich dafür und wird gleich von der Mitarbeiterin Regina Pöschel über alles informiert.

Bei der Alzheimergesellschaft Hildesheim informiert sich eine Frau, die nicht namentlich genannt werden möchte: "Ich muss selbst einen Demenzkranken pflegen und meine, der Selbsthilfetag ist ein tolles Angebot", freut sie sich über die Aktion.

Humorvoll präsentiert sich der Hildesheimer Beschwerdechor in der Fußgängerzone. Er hält ein Schild mit der "Beschwerde Nr. 45" hoch und singt gemeinsam "Fahrkartenautomaten haben Karten, aber nur für die wirklich Smarten..." - währenddessen gehen Kinder mit Zetteln herum, auf denen die Passanten ihre Beschwerden loswerden können. Die Leute sind begeistert.

Stolperstein e.V. | Ulf Sander | Klappenweg 12 | 31188 Holle | Telefon: 05062/963296 | E-Mail: info@stolperstein-verein.de